Irland: der englischsprachige EU-Staat am Atlantik
Irland ist für viele aus Köln der pragmatische Umzug ins EU-Ausland: englischsprachig, wirtschaftlich stark (Dublin ist Europazentrale zahlreicher Tech- und Pharmakonzerne) und trotzdem vollwertiges EU-Mitglied mit freiem Warenverkehr. Der Transport führt entweder über die Fährverbindungen Rotterdam–Dublin bzw. Cherbourg/Calais–Rosslare oder über den Kanaltunnel und Großbritannien; rechnerisch sind es rund 1.250 Kilometer Fahrstrecke bis Dublin, dazu kommt die Überfahrt von etwa 18 bis 24 Stunden Fährzeit je nach Route.
Zoll nach dem Brexit: Irland bleibt EU, die Route ändert sich
Wichtig zu wissen: Irland selbst ist und bleibt EU-Mitglied, für Hausrat aus Deutschland fällt weder Zoll noch Einfuhrsteuer an. Kompliziert wird es nur, wenn die Fähre über britisches Festland (Dover–Calais plus Fahrt durch England) gebucht wird – dann durchquert der Möbelwagen mit Übersiedlungsgut technisch britisches Zollgebiet und muss ein Transitverfahren (TIR bzw. vereinfachtes Versandverfahren) durchlaufen. Die direkte Fähre Rotterdam–Dublin oder Zeebrugge–Rosslare umgeht dieses Thema komplett, da sie EU-Boden nie verlässt, und ist deshalb für private Umzüge die deutlich unkompliziertere Wahl.
Wohnen in Dublin und Cork: knapper Markt, hohe Mieten
Der irische Wohnungsmarkt gehört zu den angespanntesten in Westeuropa. In Dublin liegen die Mieten für eine Zwei-Zimmer-Wohnung häufig über dem, was man in Köln zahlt, Cork ist spürbar günstiger und gilt als aufstrebende Alternative mit kürzeren Wegen. Daft.ie ist die zentrale Plattform für die Wohnungssuche, Besichtigungstermine sind heiß begehrt und sollten kurzfristig wahrgenommen werden. Viele Neuankömmlinge starten in einer möblierten Zwischenlösung, bis der reguläre Mietvertrag steht – ein Zeitpuffer von vier bis sechs Wochen ist realistisch.
Leben in Irland: PPS-Nummer, Steuern, Alltag
Für nahezu alles – vom Gehaltskonto bis zur Sozialversicherung – braucht man in Irland die Personal Public Service Number (PPS-Nummer), die beim Department of Social Protection beantragt wird und einige Wochen Vorlauf braucht. Rechtsverkehr gilt hier nicht: Irland fährt wie Großbritannien auf der linken Straßenseite, das ist bei Möbeltransport und eigenem Auto relevant. Englisch ist Alltagssprache, gälische Sprachkenntnisse werden nicht erwartet. Die Lebenshaltungskosten liegen laut Numbeo in Dublin über Kölner Niveau, in Cork etwa vergleichbar bis leicht darüber.
Checkliste für den Umzug von Köln nach Irland
Vor der Abreise: PPS-Nummer-Antrag frühzeitig stellen (Termin online buchen), Mietvertrag oder zumindest eine Zwischenunterkunft sichern, Europäische Krankenversicherungskarte plus ggf. private Zusatzversicherung mitnehmen. Bei Ankunft: Bankkonto eröffnen (Bank of Ireland, AIB oder eine Digitalbank wie Revolut/N26 funktionieren ab Tag eins), SIM-Karte besorgen, bei Bedarf Führerschein umschreiben lassen. Für den Transport gilt: Inventarliste erstellen, Möbelwagen auf die gewählte Fährroute abstimmen und ausreichend Zeitpuffer für Wetter- und Fährausfälle einplanen.
Häufige Fragen zum Umzug nach Irland
Fällt beim Umzug nach Irland Zoll an?
Nein, solange die Route innerhalb der EU verläuft (Direktfähre statt Transit durch Großbritannien) – Irland ist EU-Mitglied, Hausrat bleibt zollfrei.
Wie lange dauert der Umzug von Köln nach Dublin?
Inklusive Fährüberfahrt realistisch 2 bis 3 Tage, je nach gebuchter Route und Wetterlage auf See.
Was kostet ein Umzug nach Irland?
Für einen durchschnittlichen Haushalt liegen die Kosten inklusive Fähre meist zwischen 3.200 und 5.000 Euro – ein genaues Angebot erstellen wir nach Besichtigung oder Fotodokumentation.
Brauche ich einen Aufenthaltstitel als Deutsche/r in Irland?
Nein, als EU-Bürger genügt der Personalausweis; ab vier Monaten Aufenthalt solltest du die PPS-Nummer beantragen, ein separater Aufenthaltstitel ist nicht nötig.