Island: EWR-Mitglied am Polarkreis
Island ist kein EU-Mitglied, aber über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und das Schengener Abkommen eng mit der EU verbunden. Für einen Umzug bedeutet das: freie Einreise ohne Visum für EU-Bürger, aber eine eigene isländische Krone (ISK) als Währung und eine Insellage, die den Transport ausschließlich per Schiff oder Flugzeug erlaubt. Container-Seefracht ab Hamburg oder Rotterdam nach Reykjavik ist die übliche Lösung für den Hausrat, die Fahrzeit beträgt in der Regel 1 bis 2 Wochen.
Zoll: EWR statt EU-Zollunion
Island gehört nicht zur EU-Zollunion, sodass bei der Einfuhr formal eine Zollanmeldung nötig ist. Für Übersiedlungsgut gilt jedoch eine klare Ausnahmeregelung: Wer seinen Wohnsitz nachweislich für mindestens ein Jahr nach Island verlegt und die Gegenstände mindestens sechs Monate im Voraus im alten Wohnsitzland genutzt hat, kann gebrauchten Hausrat zollfrei einführen. Der isländische Zoll (Skatturinn) verlangt dafür eine vollständige Inventarliste sowie einen Nachweis über den neuen Wohnsitz; Neuware und Fahrzeuge werden separat behandelt und können abgabepflichtig sein.
Wohnen in Reykjavik: kleiner, teurer Markt
Rund zwei Drittel der isländischen Bevölkerung leben im Großraum Reykjavik, entsprechend angespannt und preislich anspruchsvoll ist der dortige Wohnungsmarkt – Mieten liegen häufig über Kölner Niveau. Mbl.is (Fasteignir) und Facebook-Gruppen sind gängige Wege zur Wohnungssuche, viele Neuankömmlinge starten mit einer möblierten Übergangswohnung.
Leben in Island: Klima, Sprache, Alltag
Isländisch ist Amtssprache, Englisch wird aber praktisch überall verstanden und für Behördengänge reicht es in der Regel aus. Das Klima ist subpolar-ozeanisch mit milden, aber stürmischen Wintern und kühlen Sommern – deutlich gemäßigter, als der Name vermuten lässt, dank des Golfstroms. Die Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten Europas, bei Lebensmitteln und Restaurantbesuchen oft 40 bis 60 Prozent über Kölner Niveau.
Checkliste für den Umzug von Köln nach Island
Vor der Abreise: Seefracht rechtzeitig buchen, vollständige Inventarliste erstellen, Nachweis über den neuen Wohnsitz für die Zollfreistellung organisieren. Nach Ankunft: Anmeldung beim isländischen Einwohnerregister (Þjóðskrá), Kennitala (isländische Personenkennziffer) beantragen, Bankkonto eröffnen. Für den Transport: Wetterpuffer für die Nordatlantik-Route einplanen und wichtige Gegenstände separat im Fluggepäck mitnehmen.
Häufige Fragen zum Umzug nach Island
Muss ich für Island Zoll zahlen?
Formal ja, da Island nicht zur EU-Zollunion gehört – für privaten, mindestens sechs Monate genutzten Hausrat gilt bei nachgewiesenem Wohnsitzwechsel aber eine Zollbefreiung.
Wie kommt mein Hausrat nach Island?
Per Container-Seefracht ab einem norddeutschen Hafen, alternativ Luftfracht für kleinere Mengen.
Wie lange dauert der Umzug nach Island?
Die Seefracht braucht in der Regel 1 bis 2 Wochen, dazu kommt Vorlaufzeit für die Zollabwicklung.
Was kostet ein Umzug nach Island?
Inklusive Seefracht liegen die Kosten für einen typischen Haushalt meist zwischen 4.000 und 7.000 Euro.